Ein sommerlicher
Nachmittag voller Begegnungen, Einblicke und guter Stimmung

Wanderung mit
Hofbesichtigung und Hoffest auf dem Hof Frohwerk

Trotz hochsommerlicher
Temperaturen hatten sich erfreulich viele Interessierte auf den Weg gemacht, um
gemeinsam mit NaturGÄU an der Wanderung über die Felder rund um Hemmingen
teilzunehmen. Begleitet wurde die Gruppe von Aline Breuninger, die mit großem
Fachwissen und spürbarer Begeisterung Einblicke in die Landwirtschaft vor Ort
gab und im Anschluss auch den Schweinemastbetrieb Huber/Breuninger vorstellte.
Wer sich an diesem heißen Sonntag auf den Weg gemacht hatte, wurde mit einem
ebenso interessanten wie abwechslungsreichen Ausflug belohnt.

Schon auf dem Weg über die
Felder wurde deutlich, wie vielfältig und anspruchsvoll die Landwirtschaft im
Strohgäu ist. Aline Breuninger stellte verschiedene Kulturen vor und erklärte
anschaulich deren Anbau und Bedeutung. So wächst auf manchen Flächen etwa
Luzerne-Klee – eine wichtige Futterpflanze für Kühe, die zugleich hilft, den
Boden zu verbessern und Unkraut zurückzudrängen. Auch über den Weizenanbau im
Strohgäu erfuhren die Teilnehmenden viel Wissenswertes: Grundsätzlich, so
berichtete sie, sei es in diesem Jahr ein gutes Weizenjahr, unter anderem weil
der Krankheitsdruck durch Pilze bislang gering sei und deshalb wenig gespritzt
werden müsse. Gleichzeitig fehle nun aber dringend Wasser; bei anhaltender
Trockenheit könne der Weizen in die sogenannte Notreife gehen, was sich
wiederum auf die Qualität auswirke. Vor allem beim Backweizen könne dies zu
geringeren Proteingehalten und damit zu Qualitätseinbußen führen. Die Gerste
sei in ihrer Entwicklung bereits weiter und deshalb weniger stark von der aktuellen
Trockenheit bedroht. Auch die Fruchtfolge war ein Thema: Veränderungen in der
Anbaufolge können helfen, Schädlinge wie etwa Zikaden besser in den Griff zu
bekommen. Beeindruckend war in diesem Zusammenhang auch zu hören, wie gut die
Hemminger Landwirte untereinander zusammenarbeiten und sich gegenseitig
unterstützen – etwa dann, wenn durch Fruchtfolgewechsel bestimmte
Getreidesorten auf einzelnen Betrieben fehlen.

Im Anschluss führte Aline
Breuninger die Gruppe über den Naturglück-Schweinemastbetrieb Huber/Breuninger
und gab einen offenen und informativen Einblick in die Schweinehaltung. Die
Tiere kommen im Alter von etwa 13 Wochen und mit einem Gewicht von rund 26 bis
30 Kilogramm auf den Hof und bleiben dort bis zur Schlachtreife bei etwa 120
Kilogramm. Dabei wurde deutlich, wie genau auf das Wohl der Tiere geachtet
wird. Die Schweine haben im Vergleich zu herkömmlichen Haltungsformen mehr
Platz und stets Zugang zu einem Auslauf; auch die Ringelschwänze bleiben
erhalten. Gerade am Verhalten der Tiere – etwa daran, ob sie einander an den
Schwänzen knabbern – lasse sich viel über ihr Befinden ablesen. Solches
Verhalten könne auf Stress, Frust oder auch auf Mangelerscheinungen hinweisen
und sei deshalb ein wichtiger Indikator.

Anschaulich schilderte Aline
Breuninger auch den Stallalltag: Die Schweine können sich über Futterautomaten
selbst bedienen, wenn sie hungrig sind. Da Schweine nicht schwitzen, suchen sie
bei Wärme gezielt kühle oder feuchte Plätze auf, um ihre Körpertemperatur zu
regulieren. Gefüttert werden die Tiere unter anderem mit hofeigenem Futter aus
Weizen, Gerste und Ackerbohnen. Die Mastdauer beträgt insgesamt etwa bis zu
einem Alter von sechseinhalb bis sieben Monaten. Auch die tägliche
Gewichtszunahme, die Stallhygiene und die Nutzung des Mists wurden erläutert:
Schweine halten ihren Liegebereich erstaunlich sauber, weshalb dort nur etwa
alle fünf bis sechs Wochen ausgemistet werden muss. Der anfallende Mist wird in
einer Biogasanlage weiterverwendet. All diese Informationen vermittelten ein
eindrückliches Bild davon, wie viel Wissen, Verantwortung und tägliche
Aufmerksamkeit hinter einem landwirtschaftlichen Betrieb stehen.

Nach so vielen spannenden
Einblicken klang der Nachmittag beim Hoffest auf dem Hof Frohwerk in wunderbar
entspannter Atmosphäre aus. Im Garten des Hofes warteten große Sonnenschirme,
schattige Plätze unter Bäumen und ein angenehmer Wind, sodass sich die
Sommerhitze gut aushalten ließ. Bei Kaffee, hausgemachten Kuchen und
erfrischenden Limonaden kamen Gäste, Helferinnen und Helfer sowie Familien
miteinander ins Gespräch und genossen das Zusammensein.

Auch für Kinder war viel
geboten: Das Kinderschminken und das Bemalen gegossener Figuren wurden mit
großer Freude angenommen, und wer gerade nicht kreativ beschäftigt war, nutzte
begeistert die Schaukel oder schloss sich einer Hofführung an. So war auf dem
ganzen Gelände zu spüren, wie gut das Fest Familien, Kinder und Erwachsene
gleichermaßen zusammenbrachte.

Ein kleiner Bauernmarkt mit
Beeren, etwas Gemüse, Kräutern und Kräuterzubereitungen sowie Kunstgewerbe lud
außerdem zum Stöbern und Entdecken ein. Für einen ganz besonderen Rahmen
sorgten zwei Harfenistinnen, deren zauberhafte Musik dem Fest eine heitere,
fast verwunschene Stimmung verlieh und den Nachmittag auf dem Hof Frohwerk auf
besondere Weise bereicherte.

Ein solches Fest lebt von den
vielen Menschen, die mithelfen, mitdenken und mittragen. Deshalb möchten wir
uns sehr herzlich bei allen Gästen bedanken – bei den Großen ebenso wie bei den
Kleinen –, die diesen Nachmittag mit Leben gefüllt haben. Unser besonderer Dank
gilt der Familie Frohwerk, der Familie Gentner, Constanze Mansour von der
Familienbildungsstätte Leonberg, Damaris Vöhringer, unseren beiden wunderbaren
Harfenistinnen und natürlich den vielen helfenden Händen von NaturGÄU.

Sie alle haben dazu beigetragen, dass wir ein so
schönes, gelungenes und stimmungsvolles Fest feiern konnten. Dafür sagen wir
von Herzen danke.


Ähnliche Beiträge